Rezensionen und Besprechungen

Vielstimmige Erzählung
Frühjahr 45
epd-medien, 6.2. 2015, Heike Hupertz

70 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz erscheint die von Mathias Haentjes auch schon in den beiden Vorgängerfilmen „Sommer 39“ und „Winter 42/43“ gewählte kaleidoskopartige, vielperspektivische und vielstimmige Darstellungsform als angemessenes Verfahren. „Die Ereignisse sprechen lassen“, so lautet das Motto. …Wo die sogenannte historische Distanz wächst und die Zeugen nach und nach versterben, wird das „Nachfühlen individueller Schicksale“ , ein oft genug unscharfes Puzzle mit Löchern und weißen Flecken, immer wichtiger…Es geht um eine erweiterte Sichtweise. Die Gegenwart, die hier dokumentarfilmisch erzeugt wird, ist natürlich Fiktion. Aber eine, die näher an der Vielgesichtigkeit des Augenblicks der „Stunde Null“ (noch eine Fiktion) kaum sein könnte.

 


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Ein Mosaik der Erinnerungen
Abschluss einer ambitionierten Trilogie
Münchner Merkur (KNA), 13.1.2015, Tim Slagman

Den Abendauftakt macht „Frühjahr 45“ von Mathias Haentjes. Er führt damit seinen sorgfältig recherchierten, ambitionierten Dreiteiler zum Abschluss, den er mit „Sommer 39“ begonnen hatte und mit „Winter 42/ 43“ fortsetzte. Dabei zeichnet Haentjes ein umfassendes Bild der letzten Kriegsmonate, zusammengesetzt aus einem reichen Fundus an Archivmaterial, vor allem aber: aus unterschiedlichen Perspektiven einiger Zeitzeugen.


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Menetekel Stalingrad
Hoch interessante Doku blickt auf jene Monate zurück, die den Kriegsverlauf drehten
Leipziger Volkszeitung 11.12.2012

Nachinszenierungen brauch die spannende Doku nicht, sie vertraut nur auf Originalbilder.


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Wie lernfähig ist unsere Gesellschaft ?
von Davide Brocchi - www.davidebrocchi.eu
http://magazin.cultura21.de/, 21.10.2010

Einer der besten Dokumentarfilme zum Thema „Nachhaltigkeit“, den ich je gesehen habe, ist „Sommer ’39“. Die Produktion von ARTE aus dem Jahr 2009 erzählt auf beeindruckende Weise, wie sich die Menschen verhalten, wenn eine Katastrophe, wie der Zweite Weltkrieg kurz bevorsteht....Die meisten Dokumentationen über diese traurige Phase der europäischen Geschichte stellen Diktatoren, Täter und Opfer in den Mittelpunkt. Die Hauptdarsteller von „Sommer ’39“ sind hingegen die Masse der „normalen“ und „unauffälligen“ Menschen. Sich mit ihnen zu identifizieren ist so leicht, wie auch unangenehm. Wie hätten wir uns in einer ähnlichen Situation verhalten?

 

 


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Europas letzter Sommer
Die Monate vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs
F.A.Z., 29.08.2009

Dass ein so hervorragender Dokumentarfilm wie “Sommer ‘39″ von Mathias Haentjes und Nina Koshofer an einem Montag um 23.15 Uhr ausgestrahlt wird, ist sicher ein Ärgernis. Und doch kann man dem wenig attraktiven Sendeplatz diesmal ausnahmsweise etwas abgewinnen, leitet die neunzigminütige Produktion, die den letztlich unbegreifbaren Übergang vom Frieden zum Krieg thematisiert, damit doch selbst zu dem historischen Datum des siebzigsten Jahrestags des deutschen Überfalls auf Polen.


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Die Zeit davor
Sommer 39
epd-medien

Für all dies kommt der Film gänzlich ohne szenische Nachstellungen aus. Er braucht kein Re-Enactment und kann Geschichte und Geschichten sehr wohl allein mit dokumentarischem Material erzählen. Die Autoren haben viel interessante, noch nicht abgenutzte Filmbilderund Szenen gefunden und setzen das Material klug und interessant ein….Der Film, eine geglückte Kombination von politischer Analyse und persönlicher Wahrnehmung…     


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Kein Summer of Love
Eine Dokumentation zeigt Europa am Vorabend des Krieges:
die tageszeitung, 31.8.2009

…mit allen Mitteln der Filmkunst sorgsam inszeniert. Die Dokumentarfilmer von heute sind keine langweiligen Pädagogen, ihren Hitchcock haben sie studiert, wissen um die Funktionsweise des Suspense… 


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Erben der Nazis
Die ARD beleuchtet die Geschichte des Auswärtigen Amtes
Berliner Zeitung, 18.1.2006

In "Hitlers Diplomaten in Bonn" zeichnen Heinrich Billstein und Mathias Haentjes dieses eher düstere Kapitel der Anfänge der jungen Republik nach…. Das Ergebnis fügt sich zu einem erhellenden Rückblick auf die Akteure westdeutscher Außenpolitik bis in die Kiesinger-Ära und zeigt, warum dieses Thema bis heute so kontrovers diskutiert wird.    


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Der Dienstfahrradwäscher
Sein Heimatsender spricht den Politjournalisten Friedrich Nowottny heilig - Die Besten im Westen, 20.15 Uhr, WDR
die tageszeitung, 14.11.2008

Das TV-Porträt von Mathias Haentjes ist gut gemacht. Die Kamera fängt hier und da sogar Bilder ein, die klar über dem Durchschnitt liegen. Doch wäre einem wohler, nicht der WDR, sondern jemand anderes hätte diesen schönen Film gedreht....Aber allein wegen der Anekdoten ist der Film ein Muss.


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Die Gegenwart herrscht nicht über die Zeit
Fünfteilige ARD-Reihe zum Ersten Weltkrieg
FAZ, 2.8.2004

…"Albtraum Verdun" von Werner Biermann und Mathias Haentjes. In eindringlichen Bildern, die man nicht so leicht vergißt, zeigt er, wie die "Blutmühle Frankreichs" zu einem apokalyptischen Aberwitz sich entwickelt, der am Ende für die Franzosen zum Symbol des alles vermögenden Widerstandswillens wird, für die Deutschen aber zum Zeichen eines falschen Kalküls…    


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Adenauers Schmutzwasser
ARD-Dokumentation über das Auswärtige Amt
Die Welt, 18.1.2006

"Man schüttet kein dreckiges Wasser aus, wenn man kein reines hat!" Typisch rheinisch parierte Konrad Adenauer in einem Hintergrundgespräch mit 14 deutschen Chefredakteuren am 2. April 1952 die damals laufende öffentliche Debatte um die Personalpolitik des im Aufbau befindlichen Auswärtigen Amtes (AA). Denn viele der neuen Diplomaten hatten bereits unter Hitler gedient. Adenauers Satz ist seit Anfang 2005 immer wieder (und häufig falsch) zitiert worden - seit im seinerzeit von Joschka Fischer geleiteten AA die Verstrickung in NS-Verbrechen zum Thema wurde. Selten achtete man dabei auf den vorangehenden Satz. Denn der erste Bundeskanzler hatte eben auch gesagt: "Ich bin nicht gerade glücklich über die Zusammensetzung des Auswärtigen Amtes, keineswegs."


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Die Macht der Bilder
Der Erste Weltkrieg als Fernsehereignis
epd medien, 21.8.2004

… Wie grauenhaft das "Leben" in den Schützengräben vor Verdun war und welche psychosozialen Folgen es für die Soldaten hatte, wurde wohl selten so nachdrücklich vor Augen geführt wie in "Alptraum Verdun" von Mathias Haentjes und Werner Biermann.  In eindringlichen Bildern, die man nicht so leicht vergißt, zeigt er, wie die "Blutmühle Frankreichs" zu einem apokalyptischen Aberwitz sich entwickelt…


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Mit den Augen eines Befremdeten
Der Konsul und die Kölner
Süddeutsche Zeitung, 8.11.2003

…"Der Konsul und die Kölner - ein Schweizer in der NS-Zeit" von Mathias Haentjes erzählt die ungewöhnliche Geschichte eines Außenstehenden. Eine lohnende Perspektivverschiebung, die mit zahlreichen Passagen aus den Briefen, Berichten und Aufzeichnungen des Diplomaten belegt wird - Dokumente des sich steigernden Befremdens und Erschauderns… Haentjes` bemerkenswerter Film erinnerte indes an einen Menschen mit Zivilcourage…


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Anrührend
Der Jude mit dem Hakenkreuz
Kölner Stadtanzeiger, 13.11.2007

Exzellent recherchiert zeigte Haentjes anschaulich, wie in Zeiten organisierten Terrors aus persönlichen Krisen menschliche Katastrophen wurden, deren Folgen auch nach 1945 in Deutschland nachwirkten…Entstanden ist eine anrührende Dokumentation einer deutschen Familie.   


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