Wie die Dampfer vom Rhein verschwanden

(2009, 45', WDR)

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Es ist erst einige Jahrzehnte her, da zogen die Dampfwolken durch das Rheintal im Siebengebirge, da tönten die Schiffshörner durch den Duisburger Hafen. Majestätisch zogen die Dampfer über den Strom, im Schlepp ein halbes Dutzend Kähne.

Hunderte von Schleppschiffen, Bugsierbooten und schweren Dampfschleppern – „Räderbooten“ – bestimmten das Bild des Rheins – zwischen Industrieromantik und großer Freiheit.

Die Frachtschifffahrt auf dem Rhein war mehr als hundert Jahre ein vielfältig verflochtenes System. Private Schiffseigner – „Partikuliere“ - hatten meist motorlose Kähne. Schwere dampfgetriebene Radschlepper zogen sie über den Strom. Die Schleppzüge waren bis zu zu einem Kilometer lang, gesteuert wurden sie von 3 dutzend Schiffern – vom ersten Kapitän bis zum letzten Schiffsjungen. Zwischen Rotterdam und Basel lebten sie auf dem Strom in einer Welt für sich. Ein eng verzahntes Räderwerk, die Aufgaben klar verteilt, für die Landratten eine exotische Welt.

Kohle und Erz,  die zentralen Rohstoffe des 19. Jahrhunderts ließen das Ruhrgebiet zum industriellen Herz Europas werden. Die Hauptschlagader, die das Ruhrgebiet versorgte war der Rhein mit seinen Nebenflüssen. Die Herzkammer der Duisburg-Ruhrorter Hafen. Mit dem Niedergang der Schwerindustrie änderte sich auch das Bild der Binnenschifffahrt. Rationalisierungen bei den großen Reedereien und internationale Konkurrenz ließen die einst so rauhen und stolzen Schiffer in die Defensive geraten. Die Dampfer wurden unrentabel und verschwanden. Statt der Schleppzüge fahren nun immer größere Motorschiffe und riesige Schubeinheiten über den Fluss.

Noch einmal erlebt man in diesem Film in spektakulären Archivaufnahmen die großen Räderboote, die endlosen Schleppzüge, die große kleine Welt des Duisburger Hafens. Kapitäne, Schiffsjungen, Partikuliere und Schifferfrauen erzählen von ihrem Leben auf dem Strom.

Rheinromantik und harte körperliche Arbeit. Die Welt der Binnenschiffer hat sich in den letzten Jahrzehnten radikal gewandelt . Eines haben sich die Männer und Frauen bewahrt: Die Liebe zum Wasser.

Kamera: Frank Hlawitschka    Schnitt: Birgitt Karass    Redaktion: Beate Schlanstein

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